Stiller als sonst

mauthausen145„... stiller, stiller als sonst“, so beschrieb eine Schülerin der 4. Klasse den Besuch in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen am vergangenen Freitag.

 Rund 200.000 Menschen - etwa die Hälfte davon sind Schüler - besuchen jährlich diese zentrale Stätte für das Gedenken an den Holocaust in Österreich. Für den Zeithistoriker und wissenschaftlichen Leiter in Mauthausen Bertrand Perz haben KZ- Gedenkstätten drei wesentliche Funktionen: Sie sind Orte der Erinnerung, Friedhöfe und Stätten der historischen und demokratischen Bildung.

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 Das neue pädagogische Konzept unterstützt die Jugendlichen dabei, über die Verknüpfung der historischen Informationen zu Konzentrationslager und Gedenkstätte mit ihren eigenen Vorstellungs- und Lebenswelten nachzudenken.

So soll eine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte gefördert werden, die als historisch-politische Bildung über eine vorübergehende emotionale Bewegung hinausgeht und zur Befragung des eigenen Denkens und Handelns führt.

mauthausen144 Um die Geschichte des Konzentrationslagers nicht als völlig fremdes Geschehen zu zeigen, sondern um sie in den uns nahen menschlichen Dimensionen begreiflich zu machen, werden die Perspektiven von Opfern, Tätern und Menschen aus der Zivilgesellschaft erkundet. Deshalb widmete sich der Rundgang verstärkt den Außenbereichen der Gedenkstätte, die die Zusammenhänge zwischen Konzentrationslager und zivilem Umfeld veranschaulichen.

 Zur Erschließung der unterschiedlichen Perspektiven werden während des Rundganges Bild- und Textmaterialien besprochen. Der Schwerpunkt verlagert sich von der emotionalisierenden Beschreibung von Folter und Mord auf die Beschäftigung mit verschiedenen Situationen im Konzentrationslager und mit ethischen, psychologischen und sozialen Aspekten der Frage, wie dieses Geschehen möglich war.

 Die Ausstellung „Tatort Mauthausen. Eine Spurensuche“ im Keller präsentiert in einer Spurensuche die Methoden der Tötungsmaschinerie der Nazis, obwohl diese versucht hatten, vor der Befreiung des Lagers möglichst viele Beweise zu vernichten.

 Im Pietätsbereich, wo Menschen gezielt getötet und verbrannt wurden, ist im ehemaligen Leichenkeller der "Raum der Namen" eingerichtet worden. 81.000 Opfer sind auf Glasplatten sowie in einem 25 Zentimeter dicken Buch namentlich in der Sprache und Schrift ihres Herkunftslandes angeführt. Die Daten wurden aus Archiven in aller Welt zusammengetragen. Nicht alle Opfer konnten identifiziert werden. Für sie wurde eine schwarze freie Fläche symbolisch freigehalten. Geschätzt wird, dass insgesamt rund 90.000 der 200.000 Häftlingen in Mauthausen ums Leben kamen.

 Der „Raum der Namen“ ist ein Raum voll Würde und - wie ein Schüler meinte - mit einer klaren Botschaft: „Damit nicht vergessen wird. Nie mehr wieder.“

 Quellen:

www.mauthausen-memorial.at

http://science.orf.at/stories/1717035

http://science.orf.at/stories/1687915/

 

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