Besuch des Lern- und Gedenkortes Schloss Hartheim

hartheim2Am 9. Juni besuchten die Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen im Rahmen des GSPB-Unterrichts mit ihren Professoren Mag. Markus Krenn und Dr. Harald Tanzer die Gedenkstätte Schloss Hartheim in Oberösterreich.

Schloss Hartheim ist ein Renaissanceschloss aus dem 17. Jahrhundert und zählt zu den bedeutendsten Renaissancebauten Oberösterreichs. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es vom damaligen Besitzer Fürst Starhemberg dem Oberösterreichischen Landeswohltätigkeitsverein zum Zweck der Pflege geistig und körperlich behinderter Menschen geschenkt. Bis zum Jahre 1940 wurden dort unter der Obhut der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul behinderte Menschen gepflegt

 

hartheim4Die Nationalsozialisten funktionierten das Behinderteninstitut in eine Tötungsanstalt um. Zwischen 1940 und 1944 wurden im Schloss Hartheim rund 30.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch kranke Menschen ermordet. Sie waren teils PatientInnen aus psychiatrischen Anstalten (z.B. Steinhof, Mauer-Öhling, Ybbs, …) und BewohnerInnen von Behinderteneinrichtungen und Fürsorgeheimen, teils Häftlinge aus den KZ Mauthausen, Gusen und Dachau sowie ZwangsarbeiterInnen.

Heute befindet sich im Erdgeschoß des Schlosses in den ehemaligen Tötungsräumen eine Gedenkstätte. Im ersten Stock beschäftigt sich eine Ausstellung mit dem Wert des Lebens vom Zeitalter der Aufklärung bis in die Gegenwart. Der thematische Bogen spannt sich von der Sortierung der Menschen in ökonomisch "Brauchbare" und "Unbrauchbare" am Beginn der Industriegesellschaft bis zur aktuellen Forderung nach gesellschaftlicher Gleichstellung behinderter Menschen. Die Ermordung behinderter Menschen als "lebensunwertes Leben" im Nationalsozialismus bildet in dieser Entwicklung das negative Extrem und steht somit als mahnendes Beispiel dafür, wo Ausgrenzung enden kann.

hartheim6Von 1940 bis 1944 waren ca. 60 – 70 Personen in er Tötungsanstalt beschäftigt. Wie in vielen Bereichen zeigten sich unterschiedliche Menschentypen: Manche versuchten unter dem Deckmantel „Euthanasie“ die technische Vernichtung von Menschen zu organisieren und zu perfektionieren. Andere, wie z. B. Franz Sitter, weigerten sich beim systematischen Töten mitzumachen und ließen sich versetzen. Wenige leisteten Widerstand. Leopold Hilgarth und Ignaz Schuhmann bezahlten diesen mit dem Leben und wurden am 9. Jänner 1945 in Wien hingerichtet.

 

„Vor unserem Herrgott gibt es kein unwertes Leben.“

(+ Michael Memelauer, im Dom zu St. Pölten am 31. 12. 1941)

Nur wenige erhoben laut die Stimme gegen das Eugenik- und Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten. Berühmt der „Löwe von Münster“, Kardinal Clemens August Graf von Galen in Münster, nach dessen mutigen Predigten die Aktion T4 sogar unterbrochen wurde. Sein Pendant in Österreich der in Sindelburg geborene St. Pöltner Bischof Michael Memelauer, der an unserem Gymnasium maturierte. Er sprach sich mit dem obigen Zitat in seiner Silvesterpredigt 1941 gegen die NS-Euthanasie aus. Erzbischof Andreas Rohracher aus Salzburg protestierte ebenfalls gegen die organisierte Tötung Behinderter. Couragiert Sr. Anna Bertha Königsegg, die als Visitatorin ihren Mitschwestern verbot, die Nationalsozialisten in ihrem Euthanasieprogramm zu unterstützen. Zu Recht bezeichnet Prof. Ernst Hanisch von der Universität Salzburg die Handlungsweise der Visitatorin der Barmherzigen Schwestern als die "couragierteste Protestaktion der Kirche in Salzburg". Walter Reschreiter stellt Anna Bertha Königsegg "in eine Reihe mit Bischof Clemens August von Galen und anderen mutigen Christen".

Am Schluss der Exkusion stand der Besuch des sozial – integrativ geführten Cafés „Lebenswert“ in unmittelbarer Nähe zu der Gedenkstätte.

Impressionen aus dem Schulalltag


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