Projekttag „Langer Tag der Flucht“ – 25. 9. 2015

tag flucht3„Es kommen Menschen“

400 Paar Schuhe auf dem leeren Schulgang, in Gruppen geordnet, lose verstreut, chaotisch über den Haufen geworfen. Diese Schuhe stehen für Menschen, die voll Hoffnung nach Europa aufgebrochen sind, die sich ein Leben in Sicherheit und Frieden ersehnen und auf ihrem Weg viel Angst und Leid erfahren.

 

In den Medien hören wir viel von „Flüchtlingsströmen“, „Flüchtlingswellen“, von „Asylantenflut“, „Sturm“, „Chaos“ und „Überschwemmung“. Sogar vom „Flüchtlingstsunami“ wird gesprochen. Sprache ist ein mächtiges Instrument. Sie beeinflusst tagtäglich, wie wir denken und handeln, was wir wahrnehmen und woran wir uns erinnern. Gerade im Flüchtlingsdiskurs kommt diese Macht stark zur Geltung. Erzeugen wir tag flucht2Katastrophenstimmung oder reden wir von Menschen, die aus Kriegsgebieten und aus Flüchtlingslagern aufbrechen. Anrollende Massen schaffen Angst. "Metaphern können töten", schreibt der amerikanische Sprachwissenschaftler George Lakoff. Die Verwendung dieser sprachlichen Bilder führt zum einen zu einer Enthumanisierung, weil Menschen nicht mehr als Menschen, sondern als Naturkatastrophen und anonyme Massen angesehen werden, und zum anderen zu einer Verschleierung der Wirklichkeit. Die Fluchtbewegungen sind im Gegensatz zu Naturkatastrophen politische Ereignisse, die steuerbar sind, die großes Verantwortungsbewusstsein verlangen. Diese Metaphern von Naturgewalten blenden aus, dass wir es mit Auswirkungen von Ereignissen zu tun haben, die im Wesentlichen menschengemacht sind. Die große Mobilität der Menschen wird eher als Bedrohung denn als Chance wahrgenommen. Papst Franziskus forderte in seiner Rede im US-Kongress angesichts der weltweiten Flüchtlingskrise eine geschwisterliche Reaktion:

„Wir dürfen nicht über ihre Anzahl aus der Fassung geraten, sondern müssen sie vielmehr als Personen sehen und ihnen ins Gesicht schauen.“

 tag flucht1Die Schülerinnen und Schüler des Stiftsgymnasiums haben sich seit Schulbeginn mit der Flüchtlingsproblematik im Unterricht vieler Fächer auseinandergesetzt. Die 4. Klassen sind dabei die Klassenlektüren „Der Schrei des Löwen“, „Black Shark“ und „70 Meilen zum Paradies“ zu lesen. In Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung, Geographie und Wirtschaftskunde, Englisch und Deutsch geht es um die exakte Verwendung der Begriffe in der Migrationsthematik, um Fakten und Hintergründe. Im Religionsunterricht werden Organisationen und Personen ins Licht gerückt, die helfen. Die Schüler der 4. Klassen sahen den Film „Welcome“, die Schüler der Oberstufe „Heute bin ich Samba“ und diskutierten die Dilemmasituationen, in denen sich Flüchtlinge und Flüchtlingsbetreuer befinden.

 Der Aktionstag „Langer Tag der Flucht“, vom UNHCR ausgerufen, sollte uns alle wachrütteln und uns allen bewusst machen: Es kommen Menschen! Migranten stellen keine Katastrophe dar, dürfen nicht in einer Statistik abgetan werden, sondern wir begegnen Menschen mit Gesichtern und Geschichten. Wir müssen ihnen mit Menschlichkeit begegnen!

Danke der 3C und der 5. Klasse für das vielfältige und reichhaltige Benefizjausenbuffet. Der Erlös wird für Flüchtlinge, die in und um Seitenstetten Wohnraum gefunden haben, verwendet. Für 11. Oktober ist ein Benefizkonzert geplant. Allen Schülern, allen Kolleginnen und Kollegen ein herzliches Dankeschön für ihr großes Engagement.

Die Schüler der 4.A Klasse sammelten Schulsachen für ein Flüchtlingskind in Kematen, dessen Eltern sich die Grundausstattung für den Start in die Volksschule nicht leisten konnten.

Impressionen aus dem Schulalltag


songwriting_workshop
skikurs
pausenhof
kartenspiel
frauenlauf
faschingsdienstag
Lauf für Nepal
Kaffeepause
Fasching