VOLONTARIAT bewegt

indien benedikt1Benedikt Zöchling berichtet über seinen Auslandszivildiensteinsatz in Indien

 17. Februar 2016

Vor zwei Jahren noch bei uns an der Schule, jetzt Student für Technische Physik, dazwischen Auslandszivildienst in Indien. Da gibt es viel zu berichten, noch dazu, wenn man an die eigene Schule zurückkehrt und die Leute dort kennt:

 

Zivilersatzdienst in Indien Mit VOLONTARIAT bewegt der Initiative „Jugend eine Welt“ von den Salesianern Don Boscos. Benedikt unterrichtete in der großen Industrie- und Hafenstadt Visakhapatman an der Ostküste Indiens va. Mathematik, Englisch und Zeichnen in „Beach Blossom School“ – einem Institut für Drop out Schüler, die aus dem Regelschulsystem aus verschiedensten Gründen herausgefallen sind und an dieses wieder herangeführt werden sollen.

In seinem persönlich gefärbten Bericht blickt Benedikt selbst auf seine Zeit in Indien zurück.

Warinindien - Zivildienst mit gewissen Vorzügen

Während meiner Schulzeit trug ich schon länger eine Art Sehnsucht in mir, einmal mehr von der Welt zu sehen und meinen Horizont zu erweitern. Und bei den Ministranten und der KJ in Haag, im indien benedikt3JVT des Schacherhofs, in der Schülervertretung des ÖStG Seitenstetten oder im JBO Haag hatte ich bereits erlebt, wie schön es sein kann, gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen etwas zu bewirken. So entschied ich mich, nach einer Phase des „Trau ich mir das zu“ - Grübelns einen Zivilersatzdienst mit VOLONTARIAT bewegt, einer Initiative von „Jugend eine Welt“ und den Salesianern Don Boscos, die Freiwilligeneinsätze in Projekten in der Kinder- und Jugendarbeit der Salesianer in Ländern des globalen Südens organisiert, zu machen.

So kam es, dass ich ein Jahr lang bei „Don Bosco Navajeevan Bala Bahavan“ einem Projekt der Salesianer für die Young at Risk in Visakhapatnam, einer Hafen- und Industriestadt an der indischen Ostküste, mitarbeitete. Ich wurde sehr lieb empfangen und lebte anfangs wie in einer Welt voll Wunder. Dadurch motiviert startete ich meine Arbeit. Ich unterrichtete an einer Schule für school-dropouts im Alter zwischen 5 und 13 Jahren Englisch, Mathematik und Zeichnen. Die Kinder sind aus verschiedenen Gründen, meist waren es finanzielle oder familiäre Probleme, aus dem Schulsystem hinausgefallen. In der „Beach Blossom School“ werden sie ein Jahr lang auf spielerische Weise wieder an das System Schule herangeführt und bekommen grundlegendes Training in ihrer Muttersprache Telugu, den Amtssprachen Hindi und Englisch, und in Mathematik und Allgemeinbildung. Danach werden sie von den Projektmitarbeitern beim Wiedereinstieg auf einer normalen Schule unterstützt. Anfangs fiel mir das Unterrichten ziemlich schwer. Ich musste mich an diese neue Rolle als Lehrer erst gewöhnen und die Sprachbarriere machte mir ziemlich zu schaffen. Doch mit der Zeit merkte ich, wie ich den Unterricht anlegen muss, damit die Kinder Freude daran haben und etwas davon mitnehmen. Ich lernte ein paar Brocken Telugu und die Kinder lernten mich zu verstehen und so machte das Unterrichten immer mehr Freude. War ich anfangs noch oft erleichtert, wenn meine Unterrichtsstunden zu Ende waren, so wollte ich gegen Ende des Schuljahres gar nicht mehr weg aus der Schule. Die Kinder sind mir in dieser Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich habe viel gelernt.

indien benedikt2Neben der Schule arbeitete ich auch in einem Haus, in dem 30 Buben wohnen, die aus verschiedenen Gründen nicht bei ihren Familien leben können. Mit diesen machten meine Volontärskollegen und ich täglich eine Stunde Freizeitprogramm mit aktiven outdoorgames. Außerdem organisierten wir jeden Sonntag ein Programm mit indoor games und manchmal auch Kreativaktionen. Später waren wir auch in der Studierzeit für die Buben verantwortlich, halfen so weit wir konnten bei den Hausübungen und unterstützten den Erzieher bei einigen seiner vielen Aufgaben. Wir Volunteers wohnten auch in diesem Haus und konnten so eine richtig gute Beziehung zu den Buben aufbauen. Ich fühlte mich wie in einer Familie mit vielen Brüdern.

In den letzten Monaten starteten wir auf Initiative eines der Salesianer, die das Projekt leiten, ein kleines Orchester in einem anderen Haus des Projekts, in dem 100 Buben leben. Nachdem zwei Musiklehrer zwei Tage lang intensiv mit den Buben geprobt hatten und ihnen die wichtigsten Grundlagen beigebracht hatten, durfte ich das Orchester bestehend aus Schlagwerkern und Blechbläsern übernehmen. Unter der Woche probten die Kinder selbstständig und sonntags hatten wir eine gemeinsame Probe. Es war herrlich mit welchem Eifer die Buben bei der Sache waren und sie machten schnell beachtliche Fortschritte, sodass wir bereits nach zwei Monaten bei der Feier zum 200. Geburtstag von Don Bosco auftreten konnten.
Dieser ganze Einsatz wäre nicht möglich gewesen ohne all die Unterstützung von zu Hause. Einerseits die finanzielle Unterstützung unter anderem vom Sozialprojekt beim Elternsprechtag des Stiftsgymnasiums Seitenstetten, vom Missionskreis der Pfarre Haag, dem Stift Seitenstetten, einigen Firmen und von vielen Privatpersonen, die das Vorhaben für mich erst leistbar gemacht haben. Und andererseits der großen moralischen Unterstützung aus meinem Umfeld. Es tat jedes Mal gut, wenn ich von meinen Eltern hörte, dass sich Leute über mich erkundigen und interessiert sind an dem, was ich dort tue. Es war herrlich mitzubekommen, wie intensiv sich Schülerinnen und Schüler mit ihren Professoren im Rahmen der Sozialaktion beim Elternsprechtag im ÖStG Seitenstetten  mit Indien und mit unserem Projekt auseinandersetzten. Danke an alle, die so durch das Mitleben und Mithelfen diesen Einsatz mitgetragen haben und zu Botschaftern der Kinder aus Vizag in Österreich wurden.

indien benedikt4Und nun blicke ich auf ein intensiv gelebtes Jahr zurück, ein Jahr mit anstrengenden, auch schwierigen und ganz vielen wunderschönen Zeiten, in dem ich wunderbar beschenkt wurde. Ich habe nicht wahnsinnig viel von der Welt gesehen, aber ich habe an einem mir vorher unbekannten, spannenden Ort, mit Fremden, die zu Freunden, ja zu Brüdern und Schwestern wurden eine unvergessliche Zeit erlebt. Ich weiß nicht, ob ich meinen Horizont erweitert habe, doch die vielen wunderbaren Begegnungen haben definitiv mein Herz erweitert.

 Mehr Informationen über das Projekt auf www.donboscovizag.org und über die Einsatzorganisation auf www.volontariat.at

 

Impressionen aus dem Schulalltag


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